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Samstag, 17. Dezember 2016

❤️ Hänsel und Gretel ❤️

Im Heim meiner Mutter steht nun im Advent ein Haus, was mich an meine Kindheit erinnert.
Nicht nur das alte Märchenbuch mit besticktem Einband von 1969, aus dem uns abends der Vater vorlas.
Sondern wir hatten in den 60ern auch ein 1m-hohes Holz-Haus, das mein Opa gebaut hatte.
Vor Weihnachten wurde es von uns Kindern mit Süßkram beklebt.
Dieses beleuchtete Hexenhaus steht allerdings im Pflegeheim und wurde vom Hausmeister in vielen Arbeitsstunden erbaut.
Auch einen "Drück mich"-Schalter hat er eingebaut und es ertönt die Stimme der Hexe: " Knusper, knusper, knäuschen ..."
Nicht nur die Hexe, auch Gretel und Hänsel im Stall sind vorhanden.
Ein Weg aus Kies, Zäune aus kleinen Ästen und Moos als Untergrund.

Selbst ein kleines Mäuschen an der Türe ist zu finden.
Einfach herzallerliebst ... aber unserer Enkelin war beim letzten Besuch die Stimme nicht geheuer. :oD

Freitag, 16. Dezember 2016

Menükarte im Heim

Immer wieder will ich hier in meinem Blog aufzeigen, dass ein Pflegeheim schon lange keine Verwahranstalt ist oder war.
Viele Unwissende machen diese letzte Station im Leben zu Unrecht schlecht.
Das hört und liest man immer wieder.
Leider werden die schlimmen Ausnahmefälle in der Presse so breit getreten.
Ich will die andere Seite aufzeigen.
Das zusammen Wohnen mit Gleichaltrigen, wie in einer WG.
Das gut Versorgt-sein von Fachkräften, sei es Pflege, Essen oder Unterhaltung.
Meine Mutter wohnt dort seit 2012 in einer kleinen 25 qm-"Wohnung", hat ihren eigenen Schlüssel (sehr wichtig) und fühlt sich auch wohl dort.

Heute will ich Euch nun mal die Menükarte für Weihnachten, Silvester und Neujahr zeigen.
Eine wunderschöne geprägte Karte in DIN A4-Größe, damit auch Sehschwache die Schrift lesen können.
(Klicken vergrößert meine Bilder.)
Die Weihnachtsfeier im Heim findet ein paar Tage eher in der Cafeteria statt, weil viele Bewohner an den Feiertagen bei ihren Familien sind.
Das ganze Haus freut sich auf die Feiertage, das Programm und die leckeren Speisen.
Essen ist bekanntlich das Wichtigste für alte Leute.
Da finden sie sich immer pünktlich im Speiseraum ein. *lach*

Und da ich des öfteren Nachfragen bekomme: hier das Programm für den Monat Dezember ...
... und die wöchentlichen Beschäftigungsangebote.
Da ist für jeden was dabei!

Samstag, 2. Juli 2016

Wandertag

... im Pflegeheim meiner Mutter.

Das diesjährige Sommerfest stand ganz unter dem Motto "Wandertag".
Und die meisten Gäste hatten (so wie ich oben) wenigstens eine karierte Bluse oder ein Hemd an.

Wieder hatten die Pfleger/-innen mit Hilfe des Hausmeisters und vielen Ehrenamtlichen den Garten und die Terrasse zum Thema geschmückt.

Bei Erdbeer-Bowle eröffnete die Heimleiterin in Wanderkluft und Rucksack das Sommerfest.
Hier im Zwiegespräch mit Annabell der Schaufensterpuppe, die bei jedem Heim-Fest dabei ist.
Immer passend gekleidet ... nur die Schuhe heute nicht.

Auch der Hof-Fotograf war den ganzen Tag zu gegen und wanderte den Jacobs-Weg (siehe Tannen), der auch in Wirklichkeit durch unseren Stadtteil führt.

Bei herrlichem Sonnenschein saßen gut 100 Personen (bei 61 Heim-Bewohnern) unter den zwei Mega-Sonnenschirmen.

Nach Kaffee und Kuchen mit origineller Tischdecke, ...

...gab es lustige Sketche des Heim-Personals und ein Wander-Picknick für alle.

Für Live-Musik war auch gesorgt...

... bis uns abends schwarze Wolken in die Cafeteria flüchten ließen.
Aber es blieb trocken, sodas die Herren des Hauses noch fleißig für alle Bewohner und Gäste grillen konnten.

Nach fast 5-stündigem Wandertag waren alle erschöpft ;o) und das Sommerfest wurde aufgelöst.

So bunt und farbenfroh kann Heimleben sein.
Meine Mutter fühlt sich dort wohl in ihrer kleinen Wohnung mit Schlüssel und Klingel!
Sieht es auch als ihr Zuhause an.

Übrigens ... sind dies die letzten Fotos vom Garten.
Der wird im Spätsommer umgestaltet.
Mit rollstuhlgerechten Wegen, neuen Bänken, Obstgehölz und Hochbeeten mit Kräutern und Duftpflanzen.
Wir sind schon alle gespannt.

Samstag, 11. Januar 2014

Mutters Pflegeheim

Jeden Samstagvormittag besuche ich meine Mutter in ihrer "Wohnung" im Pflegeheim.
Bringe ihr Obst, Zeitung oder Blumen mit und erzähle ihr was so bei uns in der letzten Woche passiert ist.
Sie erzählt so gut wie nichts.
Die kleine aber moderne Wohnanlage in L-Form mit bodentiefen Fenstern wurde vor 10 Jahren erbaut.
Alle 61 Bewohner haben ihre eigene 25 qm-"Wohnung" mit Schlüssel und einer Klingel an der Türe.
Die Wohneinheit besteht aus einem Wohn- und Schlafbereich, Bad und Flur.
Sind mit eigenen Möbeln, Bildern und Erinnerungen ausgestattet.

Im Innenhof mit altem Baumbestand, Wintergarten, Terrasse und Rasenfläche, werden sommers wie winters Feste abgehalten.
Sitzgruppen laden zum Verweilen ein.

Meine Fotos habe ich alle aus dem Handgelenk geschossen, wenn gerade niemand zu sehen war.
Deshalb nicht immer gerade von der besten Seite fotografiert. ;o)
Im Eingang steht zur Zeit eine Winterlandschaft auf einem alten Herd und einem Musikschrank.
Wenn man weiter geht kommt man zur großen Krippe.
Aber nicht nur zur Weihnachtszeit ist hier geschmückt.
Gegenüber eine der guten Stuben, die im Haus verteilt eingerichtet sind.
Sie laden zum Verweilen ein, zum Ausruhen oder auch wenn Besuch da ist.
Die Cafeteria ist jeden Nachmittag geöffnet.
Zum Mittagessen auch für Besucher und 2x in der Woche gibt es frische Waffeln mit Kirschen.
Auch Bingo, Gedächtnistraining, Spielerunden, Gymnastik, backen, kochen, basteln, malen, Seniorensingen, Filmvorführungen, Geburtstage, Gesprächsrunden, Andachten und vieles mehr werden hier regelmäßig abgehalten.
Meistens 2-3 Programme am Tag.
Sogar eine Wii zum Bowlen gibt es.
Ein kurzer Blick am Wintergarten vorbei in den Garten.
Man hätte es besser fotografieren können. ;)
Auf jeder Etage stehen Sofas zum Klönen und pausieren.
Und auf jeder Etage gibt es einen Speiseraum für rund 20 Personen.
Täglich kann zwischen 2 Mahlzeiten gewählt werden. Das Menü besteht dann aus Vorspeise, Hauptspeise und einem Dessert.
Genauso gibt es kulinarische Leckerbissen zu verschiedenen Anlässen.
Zum Oktoberfest die Weißwurst, St. Martin die Martinsgans, im Sommer das Grillen und im Winter das Muschelessen.

Es gibt einen freundlichen Haushund, der einem manchmal über den Weg läuft. Er bewegt sich im Haus, als wohne er auch dort.

Dann gibt es die Tagesfahrten ins Centro, ins Kino oder auf den Weihnachtsmarkt.
Auch in den Urlaub geht es für mehrere Tage. Einmal nach Münster und Hameln ist meine Mutter mitgefahren. Dann allerdings auf eigene Kosten.

Ferner gibt es im Haus eine eigene Wäscherei.
2x in der Woche bekommt man seine saubere Kleidung auf´s Zimmer gebracht.
Und einen Frisörsalon mit 2 Plätzen gibt es im Souterrain, sowie mehrere Fußpflegerinnen, die aufs Zimmer kommen.

Die Pfleger- und Pflegerinnen sind immer sehr freundlich.
Man kommt sich vor, wie in einer großen Familie.

Was will man mehr, wenn man sich selbst nicht mehr versorgen kann oder will.
Wenn ich dann nach einer Stunde das Haus wieder verlasse, komme ich am Schrank mit dem Gedenkbuch vorbei.
Auch der ist, wie alles im Haus, liebevoll gestaltet.

Eigentlich hatte ich mir geschworen, meine Mutter nur noch links liegen zu lassen.
Zu tief sitz das, was sie uns in Jahrzehnten angetan hat.
Wie viele Jahre hat die Familie und Verwandte in Angst und Verzeiflung gelebt durch ihre Manie.
Das kann man nur verstehen, wenn man es selbst durchmachen mußte.

Auch Hitler litt unter bipolaren Störungen ... und man weiß was dabei heraus kam :(((((