Samstag, 6. September 2014

Berlin-Rundfahrt

Den zweiten Tag unserer Berlin-Reise nutzten wir für eine 6-stündige Rundfahrt.

Ab Alexanderplatz ging es für 17 Euro mit diesem Doppeldecker-Bus kreuz und quer durch Berlin.
So eine live-moderierte Rundfahrt kann ich nur empfehlen, da man jederzeit auch aussteigen kann, um sich Sehenswürdigkeiten anzusehen und später erneut in die Rundfahrt einzusteigen.
Immer wieder erinnert gerade Berlin an den 2. Weltkrieg.
Hier stehen über 200 Steinblöcke ... Denkmal für die ermordeten Juden Europas.
Sehr interessant fand ich, dass die Stelen um bis zu 2 Grad geneigt auf einem welligen Untergrund stehen und so für ein Gefühl der Unsicherheit sorgen.

Gleich in der Nähe befindet sich das Brandenburger Tor.
Hier von der West-Berliner Seite aus.

Bei meinem letzten Besuch konnte man noch nicht hindurch gehen.

Und schwupps ... sind wir in Ost-Berlin. :o)


Hier mit Trabi ... der durfte ja nicht fehlen.
Und obwohl keine Ferien mehr waren und wir die Rundfahrt an einem Dienstag machen, wimmelte es doch ganz schön vor lauter Leuten.

Straße "Unter den Linden" ... hier tranken wir Kaffee und aßen ein Eis um dem Treiben zuzusehen.

Weiter gings ins Regierungsviertel mit seinen vielen Bauten.
Hier sieht man den alten und neuen Teil des Reichtagsgebäudes.

Nun kommen wir zur Siegessäule mit der Gold-Else, wie die Berliner die Siegesgöttin Viktoria nennen.

Mit 1,5 kg Gold wurde sie 2011 frisch aufpoliert.
285 Stufen führen im inneren der Säule hinauf.

Auch Teile der Berliner Mauer findet man immer wieder in der Stadt.
Mich wundern nur die vielen Mauerteilchen die immer noch in den Souvenier-Läden verkauft werden.
Ob die noch original sind?
Müßten in 25 Jahren doch längst ausverkauft sein.
Ich besitze noch einige blaue Stücke von einem Bekannten der sie damals 1989 selbst abgeschlagen hatte.

Für jederman bekannt ist auch der Berliner Grenzübergang "Checkpoint Charlie".
Die wenigsten wissen allerdings nicht, wie es zu diesem Namen "Charlie" kam.
Aber ganz einfach ... es gab drei von den Amerikanern genutzte Kontrollpunkte, die nach dem internationalem Alphabet benannt wurden. Alpha, Bravo und Charlie.
Der Checkpoint Charlie zählt heute als Gedenkstätte zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Berlins.
Etwas unwirklich so zwischen McDonald und Andenken-Lädchen finde ich.

Dabei wurde er durch spektakuläre Fluchten einzelner DDR-Bürger bekannt.
Besonders tragisch 1962 ... der Tod Peter Fechters.

Die kürzlich eröffnete Ausstellung BlackBox gleich am Checkpoint.
Zentrum Kalter Krieg schildert am historischen Ort die Teilung Deutschlands.
Eintrittspreis mit 5 Euro moderat.

Zwei Reihen Kopfsteinpflaster ziehen sich durch Berlin gegen das Vergessen.
Hilft bei der geschichtlichen Erfassung und Fragen wie: stehe ich gerade auf BRD- oder DDR-Boden?! ;o)

Das rote Rathaus.
Hier wurden wir durch den Moderator im Bus auf zwei gepanzerte Limousinen aufmerksam gemacht.
Nur zwei Personen werden in Berlin mit diesen hohen Sicherheitsstandart transportiert.
Der Bürgermeister Wowereit und der Innensenator Henkel vom Landeskriminalamt.
Er meinte, da die Fahrt zum Rathaus ging, dass kann nur der Bürgermeister sein.
Das war er auch ... war unterwegs zu einem schweren Gang ... seinem Rücktritt, wie wir später hörten.

Zurück am Alexplatz mußte ich doch noch den riesigen Affenkopf fotografieren.

Nach 6 Stunden durch Berlin ... gelaufen und gefahren ... waren wir platt, machten uns abends im Hotel frisch, um dann noch gemütlich im Volkspark Restaurant Schönbrunn drußen bei einem Bierchen und lecker Essen die ganze Info vom Tag revue passieren zu lassen und die Seele bäumeln zu lassen.

1 Kommentar:

Wetterhexe1112@blogspot.com hat gesagt…

hallo heike,
danke für deinen sehr informativen bericht und auch die erwähnung von peter fechter. ich habe das damals am fernseher mitbekommen und mein freund war damals mit dabei.
es war wirklich ganz furchtbar, wie der mann verblutet ist.

gegen das vergessen sollten wir kämpfen und ich bin jedesmal erstaunt, wie wenig die leute aus der vergangenheit wissen.
neulich hat nicht mal jemand gewußt, wer konrad adenauer war.
ich meine, das sollte man wissen, für mich eine bildungslücke.
aber o.k., das liegt vielleicht auch am alter.
mit lieben grüßen und vielen dank.
eva